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Sinus pilonidalis - Steißbeinfistel

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Sinus pilonidalis – Steißbeinfistel

Ein Sinus pilonidalis ist eine Höhlenbildung mit Haaren unter der Haut meist im Bereich zwischen beiden Gesäßbacken, selten auch zwischen den Fingern oder Zehen. Sinus ist das lateinische Wort für Bucht, pilonidalis ist zusammengesetzt aus pilus = Haar und nidus = Nest.

Wie entsteht ein Sinus pilonidalis?

In der Gesäßritze können sich Haare durch die Haut in die Tiefe einbohren. Weil die Haare in ihrer Feinstruktur eine Oberfläche wie Widerhaken haben, können sie nur in 1 Richtung wandern. Männer sind häufiger betroffen als Frauen, stark behaarte Menschen mehr als wenig behaarte, meist im Alter von 18 bis 25 Jahren. Bei Friseuren ist die Bildung eines Sinus pilonidalis zwischen den Fingern oder Zehen eine anerkannte Berufserkrankung.

Wie bemerkt man einen Sinus pilonidalis?

Diese Höhle kann mehr oder weniger entzündlich verändert sein. Wenn sich der Sinus pilonidalis entzündet, führt er zu Schmerzen, Schwellung und Rötung zwischen den Gesäßbacken oder daneben. Wenn der Sinus kaum entzündet ist, findet man lediglich genau in der Mittellinie einen Porus, manchmal sieht man Sekretspuren in der Unterwäsche

Wie wird der Sinus pilonidalis behandelt?

Wenn der Eiter heraustreten kann, lassen die Schmerzen etc. nach. Der Eiter kann heraustreten, wenn sich eine Eiterbeule von selbst öffnet oder chirurgisch nachgeholfen wird. In unserer Praxis sorgen wir dafür, dass der Eiter entweichen kann, dafür reicht in der Regel eine örtliche Betäubung. Gleichzeitig gewinnen wir dabei Material für die bakterielle Untersuchung, damit wir bei der Operation ein Antibiotikum geben können, das für diese Bakterien passt. Ein weiterer Vorteil der Entlastung ist, dass sich das Nest bis zur definitiven Operation einige Tage oder Wochen später verkleinern kann.
Die letztendliche Behandlung des Sinus pilonidalis besteht in der operativen Entfernung des gesamten Sinus pilonidalis. Dafür ist eine Vollnarkose erforderlich. Nach dem Herausschneiden des erkrankten Gewebes bieten wir in unserer Praxis 2 Varianten an:
Bei der ersten Variante wird die Wunde offen gelassen, sie muss danach täglich ausgeduscht und verbunden werden, bis sie zugeheilt ist. Das dauert meistens mehrere Wochen, oft mehrere Monate.
Bei der zweiten Variante schließen wir den durch die Auschneidung entstandenen Defekt mit einer plastisch-chirurgischen Lappenplastik (Rautenlappenplastik oder Limberg-Flap). Die Behandlung ist dann mit Entfernung der Fäden 2 Wochen später abgeschlossen.
Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile: Bei der offenen Behandlung ist der Eingriff wenig aufwendig, die Nachbehandlung dagegen sehr: mehrere Wochen bis Monate muss eine andere Person täglich nach dem Duschen einen Verband am Steiß anbringen. Bei der Lappenplastik ist der operative Aufwand größer, die Nachbehandlung jedoch wesentlich einfacher und kürzer. Bei der Lappenplastik kann es zu Wundheilungsstörungen kommen, sodass letztendlich doch offen behandelt werden muss. Die Häufigkeit des Wiederauftretens (Rezidiv) ist bei beiden Methoden gleich gering. Falls gewünscht kann Ihnen der Arzt Fotos zur Operation zeigen.
Beide Verfahren werden bei uns ambulant durchgeführt, das heißt, der Patient schläft die Nacht vor und nach der Operation daheim.

Nachbehandlung

Eine spezifische Nachbehandlung ist nicht erforderlich.
Ein Ringpolster ist für die ersten Wochen nach der Operation hilfreich, damit man schmerzfrei sitzen kann (vor allem im Auto wichtig). Früher konnte dies rezeptiert werden. Man kann sich aber aus einer alten Schaumstoffmatratze selbst soetwas basteln.
Es hat einige Versuche zur Vermeidung eines Wiederauftretens gegeben, z.B. Epilation mit Rasie­ren, Cremes oder Laser. Kein Verfahren hat derzeit einen nachweisbaren positiven Einfluss auf ein Wiederauftreten.

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